Kann sich noch jemand an Schlagzeuger Roland Navratil erinnern? Richtig: Der österreichische Schießbuden-Crack ist für das Drumming auf fünf Edenbridge-Alben verantwortlich und suchte im Herbst 2006 neue musikalische Herausforderungen. Deshalb trommelte er zur Abwechslung sein eigenes Unternehmen zusammen, das nun mit PROJECT DESTINY debütiert. Schnell wird deutlich: Die besagten „neuen musikalischen Herausforderungen“ sieht Navratil im melodischen Hard Rock, wie ihn vor allem Acts vom Schlage Edguy, TNT und Axel Rudi Pell so unnachahmlich zelebrieren. Zuweilen schlägt dieser aber auch schon mal – wie der eröffnende Titel-Song – in die geradlinige Sonata Arctica-Kerbe und orientiert sich zudem an der Sparte, für die Stratovarius, Revolution Renaissance und Thunderstorm mit ihren Klangkonzepten stehen. Dass Dignity dabei nicht im geringsten deutsch oder gar österreichisch klingen, sondern eher skandinavisch-international, hat zwei Gründe: zum einen der schwedische Frontman Jake E., der eine starke nordische Note in den Gesang mit einbringt – und das Mastering in den Finnvox Studios zu Helsinki unter der Ägide von Meister Mika Jussila. Das alles ergibt eine gelungene erste Visitenkarte des Fünfers, die von dem superben Chris de Burgh-Cover ‘Don’t Pay The Ferryman’ abgerundet wird und auch Fans von Thin Lizzy ansprechen dürfte.
Andreas Schöwe
Andreas Schöwe
